Bravo: Aldi schließt die Läden an Heiligabend

Über verkaufsoffene Sonntage kann man unterschiedlicher Meinung sein. Bis zu vier Sonntage im Jahr dürfen die Kommunen bzw. die in ihrem Zuständigkeitsgebiet liegenden Geschäfte unter bestimmten Umständen ihre Läden offenhalten. Letztlich ist die Regelung der Ladenschlusszeiten Ländersache. An Heiligabend, der diesmal gemeinsam mit dem 4. Advent auf einen Sonntag fällt, sind die Regelungen unterschiedlich. Wie auch immer: Der Discounter Aldi hat ohne Wenn und Aber entschieden, bundesweit alle Filialen geschlossen zu halten. Man denke dabei vor allem an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach einer langen und intensiven Woche. Diese sollen das Weihnachtsfest in Ruhe begehen dürfen, so der Handelskonzern nach einer Meldung von Focus.de.
Da kann man aus christlich-kirchlicher Sicht nur sagen: Bravo! Mögen möglichst viele Handelsketten und auch Einzelfilialen dieser Entscheidung folgen. Damit es nicht nur ein entspannteres Familienfest in den Häusern gibt, sondern die Menschen auch ohne Stress Krippenspiele und Gottesdienste besuchen können. "Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage", heißt ein passender Spruch der Kirche zu dieser Diskussion. Das gilt umso mehr an Heiligabend: Wer's bis dahin nicht geschafft hat, Vorbereitungen zu treffen und Geschenke zu besorgen, der sollte dazu stehen und es gegebenenfalls mit der Gewerkschaft Verdi halten, die ebenfalls nach der Meldung von Focus dazu aufruft, an Heiligabend komplett auf Einkäufe zu verzichten. Also, jetzt schon mal (Anfang November) anfangen nachzudenken und rechtzeitig für Heiligabend vorsorgen. Dann kann nichts schief gehen, und man ist am 24. Dezember auch nicht in Entscheidungsnöten. Finden wir gut (Daumen hoch!)…

US of Trump– God's own country?

Nein, das ist kein weiterer politischer Kommentar, dafür gibt es deutlich kompetentere Stellen und Autoren. Aber niemanden hat diese Wahlnacht und ihr Ergebnis kalt gelassen, das Resultat vor allem in dieser Klarheit dürfte wohl die meisten überrascht haben. Obwohl es erstaunlich klare Voraussagen für einen solchen Sieg gab, wenn auch nicht von den Meinungsforschungsinstituten, die insgesamt ziemlich daneben lagen. Diesen gegenüber haben sich wohl Trump-Unterstützer nicht outen wollen, lautet eine erste Begründung dafür.
Doch wie auch immer – ein Präsident Donald Trump ist nun Realität, und ab Januar wird es einen fulminanten Stabwechsel im Weißen Haus geben. Viele von uns haben sicherlich Angst vor den Folgen. Wird ein "durchgeknallter" Präsident Trump mit seiner Militärmacht und vor allem den Atomwaffen spielen und sie aus einer Laune heraus, aufbrausend und übellaunig, gegen andere Länder einsetzen? Zu stoppen wäre er kaum, selbst wenn der Verteidigungsminister mit seinem Code - wohl nur formal - zustimmen müsste.
Andererseits gibt es bereits Stimmen, die überzeugt sind, ein Präsident Trump wird sich anders und vor allem bedächtiger verhalten als der polternde Kandidat. Wir können es nur hoffen. Und vielleicht einfach mal wieder dafür beten, dass Gott seinen Geist im nächsten Jahr mit ganz besonderem Nachdruck ins Weiße Haus schickt. Immerhin haben Trump dem Vernehmen auch zahlreiche sogenannte Evangelikale gewählt. Was immer man von deren Meinung halten mag, sie sind Christen. Und erinnern sich vielleicht daran, dass christlicher Glaube bestimmt ist durch Nächstenliebe, laut Jesus sogar Feindesliebe, durch Toleranz und Rücksicht auf Schwächere und die Armen. Wovon es in den USA mehr als genug gibt. Auch Kranke, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können. Und dass auch ein vielleicht irgendwie wieder "starkes Amerika" der Welt verpflichtet ist: Durch Politik, die als Ziel immer den Frieden hat.
Wie gesagt, viel zu tun ist da im Moment nicht. Man darf auf die nächsten Monate sehr gespannt sein. Und dabei nicht vergessen – zu beten, dass alles ganz anders und insofern viel besser kommt, als bisher zu erwarten (und zu befürchten) war. Erste Auftritte vom neu gewählten Trump klingen gemäßigter, versöhnlicher und friedvoller als alles andere aus seiner Richtung bisher. Mehr Hoffnung bleibt im Moment nicht. Aber auch mit der Hoffnung kennen sich Christen gut aus, deshalb sollte sie nicht vergebens sein.

Papst strebt gemeinsames Abendmahl an

Die Christenheit ist bekanntlich tief gespalten. Zunächst durch das große "morgenländische" Schisma 1054, als sich die Kirche des Ostens als Orthodoxe von den römischen Katholiken abspalteten. Aufgrund ehelicher Verwicklungen des englischen Königs Heinrich VIII. kam es ab 1531 zu einer eigenen anglikanischen Kirche. Und am 31. Oktober 2017 blicken die Kirchen auf 500 Jahre Reformation zurück, was es nicht nur zu feiern gilt. Denn dadurch kam es auch zu einer weiteren tief gehenden Spaltung der westlichen Christenheit in Katholisch und Evangelisch.
Während wichtige theologische Streitpunkte wie das Verständnis der "Rechtfertigung" inzwischen als geheilt gelten, gibt es immer noch nicht die Möglichkeit, dass evangelische und katholische Christen offiziell das Abendmahl respektive die Eucharistie miteinander feiern. Das liegt an einer unterschiedlichen theologischen Interpretation dessen, was beim Abendmahl passiert (katholisch: "Wandlung"), sowie am unterschiedlichen Amtsverständnis. Für die katholische Kirche stehen evangelische Geistliche nicht in der sogenannten "apostolischen Sukzession", das heißt der direkten Nachfolge des Apostels Petrus.
Umso ermutigender ist nicht nur die Teilnahme von Papst Franziskus I. an einem gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenken im schwedischen Lund am 31. Oktober 2016. Allein das ist bemerkenswert. Doch die gemeinsame Erklärung, vom Papst persönlich mit unterschrieben, dürfte in der Tat Geschichte schreiben. Dort heißt es unter anderem:

Viele Mitglieder unserer Gemeinschaften sehnen sich danach, die Eucharistie in einem Mahl zu empfangen als konkreten Ausdruck der vollen Einheit. Wir erfahren den Schmerz all derer, die ihr ganzes Leben teilen, aber Gottes erlösende Gegenwart im eucharistischen Mahl nicht teilen können. Wir erkennen unsere gemeinsame pastorale Verantwortung, dem geistlichen Hunger und Durst unserer Menschen, eins zu sein in Christus, zu begegnen. Wir sehnen uns danach, dass diese Wunde im Leib Christi geheilt wird. Dies ist das Ziel unserer ökumenischen Bemühungen […] Wir beten zu Gott, dass Katholiken und Lutheraner fähig sein werden, gemeinsam das Evangelium Jesu Christi zu bezeugen, indem sie die Menschheit einladen, die gute Nachricht von Gottes Heilshandeln zu hören und zu empfangen.

Von dieser Begegnung und der gemeinsamen Erklärung berichtet ausführlich Katholisch.de, das Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland.
Nun bleibt es abzuwarten, ob den beeindruckenden Worten auch konkrete Taten folgen und wir es tatsächlich bald erleben dürfen, dass evangelische und katholische Christinnen und Christen das heilige Abendmahl ganz offiziell gemeinsam miteinander feiern. Theologisch wie ekklesiologisch (vom Kirchenverständnis her) wäre das nicht weniger als eine neue Reformation, wenn nicht sogar Revolution. Die Einheit der Kirchen ist jedenfalls dringend erforderlich und würde weltweit neue Impulse und mitreißende Signale setzen, welche sich für die Gläubigen aller Konfessionen und Denominationen konstruktiv für einen neuen Aufbruch nutzen ließen.

Der neue Papst bei der Fußwäsche

Der neue Papst wäscht in einem Jugendgefängnis in Rom auch Frauen die Füße, ist zu lesen, und die Konservativen in der katholischen Kirche regen sich auf. Na, super, bewegt sie sich doch noch? Und öffnet sich der Wirklichkeit außerhalb ihrer dicken Mauern (etwa am Vatikan, vor allem aber ideologisch)? Dann wird es tatsächlich spannend, wie viel sonst noch geht ...

Michael Jackson - R.I.P. (überarbeitete Fassung)

Die folgenden Zeilen sind eine Überarbeitung und Aktualisierung des Blogs vom 27.6.2009:
Wenn man am und nach dem Todestag von Popstar Michael Jackson, dem 25. Juni 2009, die Internetseite des Musiksenders MTV aufrief, wurde man auf schwarzem Hintergrund mit weißer Schrift empfangen. Dort stand zu lesen: „R.I.P. King of Pop, Michael Jackson.“ R.I.P. bedeutet lateinisch: Requiescat in pace, oder englisch: Rest in peace. Auf Deutsch: Ruhe in Frieden.
Auch mich hat der - im Vergleich zu den nur so genannten - wahre ”Poptitan” durch seine Musik und seine unglaublichen Tanzeinlagen wie beispielhaft dem ”Moonwalk” in den Achtziger- und Neunzigerjahren immer wieder begeistert. Man kann die Videos dazu auf den Seiten von MTV oder Youtube staunend betrachten. Dass Jackson zuletzt nur noch ein Schatten dieser ruhmreichen Tage schien, konnte jeder an den Magazin- und TV-Bildern von ihm erkennen. Es war kaum vorstellbar, dass er mit der geplanten Welttournee, die dann sein Tod verhindert hat, auch nur ansatzweise an seine großen Zeiten hätte anknüpfen können. Allerdings hat der Film ”This is it” gezeigt, dass er offenbar doch noch in einer angesichts dieser Eindrücke erstaunlichen Form war. Schade, dass seine Fans seine geplanten Konzertauftritte nicht mehr erleben durften. Doch so oder so wird er der ”King of Pop” bleiben, ein Titel, den er sich nur mit Elvis Presley oder als Gruppe mit den Beatles teilen muss.
Michael Jackson war am Ende ein tragischer Held der Popzeit. Wir kennen die Erzählungen über seine knallharte Kindheit, wir haben die Entwicklung von einem schwarzen Künstler zum Kunstprodukt mit schmaler Nase und weißer Haut vor Augen. Vom Mann mutierte er scheinbar zum androgynen Wesen. Wie man heute jedoch weiß, hingen diese Veränderungen wohl mit der Hautkrankheit Vitiligo
zusammen. Feuer auf der Bühne, das bei Proben schon frühzeitig seine Haare versengt hatte, machten ihn von Schmerzmitteln abhängig. Skandale um angebliche Vorkommnisse auf seiner ”Neverland Ranch” bestimmten die Schlagzeilen schließlich mehr als Berichte von seinen Erfolgen als Musiker.
Was im kollektiven Gedenken seiner weltweiten Fans verbleiben wird, ist auf jeden Fall Letzteres. Jackson hat die Popmusik bewegt wie wenige Künstler sonst. Möge er in Frieden ruhen. Im Musikerhimmel ist gewiss ein Platz für ihn. Michael Jackson - R.I.P.!