Wie lebt (und stirbt) sich's mit der Jedi-Religion?

Jedis sind Helden mit übernatürlichen Fähigkeiten im Star-Wars-Universum (Filme, Spiele und Bücher zu „Krieg der Sterne“ von George Lucas). Sie gehen virtuos mit ihren „Laserschwertern“ um und kämpfen mit Hilfe der „Macht“ - „May the force be with you - Möge die Macht mit dir sein“, lautet dementsprechend der häufig wiederholte Wunsch unter Jedis. Diese Formel hat nicht ohne Grund einen religiösen Klang, fast wie ein Segenswunsch. Aber die „Macht“ ist nicht neutral. Sie hat eine helle und eine dunkle Seite, wobei letztere besonders verführerisch ist. So weit, so gut - ein modernes Märchen, ein kultureller Mix aus Fantasy und Science-Fiction, kann man mögen oder auch nicht. Aber jetzt kommt’s: Es gibt Menschen, die ernsthaft an die Jedi-Religion glauben. Ihre Prinzipien sind sogar auf einer eigenen Homepage nachzulesen, zusammengefasst auch bei Wikipedia. Und tatsächlich geben manche Menschen diese als ihre wahre Religion an. In Wales und England waren es im Jahr 2001 immerhin rund 390000 Menschen, die sich bei einer Volksbefragung als „Jedi“ bekannten. Zuletzt waren es acht schottische Polizeibeamte, die sich zum Jediismus zählen. Finster? Oder vielmehr licht?! Letztlich soll jeder selbst wissen, welche Religion ihm guttut. Aber wer Unterhaltung mit der Wirklichkeit verwechselt, dürfte irgendwann ein Problem bekommen. Spätestens, wenn er stirbt. Ich glaube nicht, dass dann die fiktive Jedi-Macht noch hilft. Ich würde den Jedi-Anhängern dann wünschen: Möge der wahre Gott des Lebens, dessen Schöpferkraft über den Tod hinaus Christen an Ostern feiern, möge diese echte Macht mit euch sein!

Judas ein Held?

Eine alte, aber im Verhältnis zum Ur-Christentum (ab 30 n.Chr. etwa) doch sehr späte Überlieferung über Judas (frühestens ab 150 n.Chr.) soll die wahre Geschichte über dessen Verrat an Jesus enthüllen. Demnach war Judas der engste Vertraute des Messias, der den Meister als Einziger der Jünger wirklich verstand und im Konsens mit ihm die Auslieferung Jesu einfädelte, damit dieser seine Mission erfüllen und in den Himmel zurückkehren könnte. Spannend zu lesen ist es allemal, was der Spiegel (16/2009) passend am Karsamstag als Titel herausbringt. Allzu ernst nehmen sollte man es aber nicht. Abweichende Evangelien gibt es eine Menge, die meisten grenzen eher an Fantasy denn an glaubwürdiger Überlieferung. Da kann man auch gleich Dan Browns „Sakrileg“ lesen. Zu glauben, was in den biblischen vier Evangelien steht, fällt den meisten Mitmenschen schon schwer genug, „fantastische“ Elemente wie die wunderbare Geburt oder die überirdische Auferstehung Jesu bis hin zu seiner Himmelfahrt enthalten diese in Hülle und Fülle. Wäre gut, diese wieder einmal kritisch zu lesen. Am besten mit einem leicht verständlichen, dabei solide recherchierten Buch dazu wie von Christian Nürnberger, Die Bibel. Was man wirklich wissen muss (Rowohlt Berlin 2005).

Was ist ein Blog?

"Blogs" (von "Weblogs") sind im Internet sehr populäre persönliche Textmitteilungen oder Online-Journale über alle möglichen Themen. An dieser Stelle will ich als Pfarrer unserer Kirchengemeinde immer wieder einmal ein paar Gedanken zu aktuellen Themen äußern: möglichst kurz und prägnant. Wenigstens einmal in der Woche soll ein Eintrag erscheinen, bei Bedarf auch öfter. Also: Vorbeischauen lohnt sich. Und wenn Sie etwas kommentieren wollen, schreiben Sie es uns per E-Mail oder über das Formular "Schreiben Sie uns". Alle Blogs an dieser Stelle geben ausschließlich meine Meinung wieder!